Inszenierte Malerei
Die Menschen in meinen Gemälden sind erfunden. Inspiriert von Freunden, Bekannten oder Erlebnissen etwickele ich Figuren und Situationen, die ich als Szene komponiere. Dabei werden Charaktere, Körpersprache, Kleidung, Szenerie, Farben und Strukturen bewußt aufeinander abgestimmt. So entstehen lebendige Inszenierungen, die zwischen Beobachtung und Erfindung angesiedelt sind.
Die Menschen sind zwar erfunden, dennoch erzählen sie von realen menschlichen Erfahrungen. Jede Figur trägt eine Geschichte in sich. Die Charaktere entwickeln sich über mehrere Gemälde hinweg und begegnen dem Betrachter in unterschiedlichen Situationen und Beziehungen und Lebensmomenten.
Mich interessiert dabei das Spannungsfeld zwischen Erfindung und Wirklichkeit: Wie aus einer erfundenen Figur ein Mensch werden kann, in dem wir etwas Vertrautes, vielleicht sogar etwas von uns selbst erkennen.
Dimensionen der Malerei
Wie kann die Malerei zu einem Verständnis des Lebens beitragen?
Oft wünschen wir uns, die Dinge wären einfach. Klare Antworten, klare Wege, klare Lösungen. Aber das Leben ist nicht einfach. Und die Malerei ist es auch nicht.
Schon früh habe ich für mich eine Art Überlebensstrategie entwickelt: den Dingen auf den Grund zu gehen, nicht vorschnell zufrieden zu sein mit scheinbar eindeutigen Antworten, immer weiter zu suchen – manchmal auch nur in kleinen Verschiebungen. Dieses Suchen prägt bis heute meine Malerei.
Für mich ist Malerei heute – in einer zunehmend digitalen Welt – untrennbar mit Handarbeit verbunden. Mit Farbe als Material. Mit der Frage danach, was uns Menschen im Kern ausmacht.
Meine Malerei bewegt sich in einem vieldimensionalen Raum. Dieser wird vor allem durch folgende Gegensatzpaare definiert:
* Licht und Dunkel – sowie das Spiel der Mikrokontraste
* Schärfe und Unschärfe
* Tiefe und Oberfläche
* Fotografische Anmutung und intuitive Malerei
* Malerisch-konzeptionelle und inhaltliche Komposition
* Schwarz-Weiß und Farbe
Dabei sind diese Pole für mich keine Widersprüche. Sie spannen vielmehr den Raum auf, in dem sich meine Malerei bewegt – und in dem ich versuche, dem Leben näherzukommen.
Nachdem ich mich viele Jahre vor allem auf die ersten Dimensionen konzentriert habe, kehrt nun die Farbe zurück in meine Bilder. Die Pole Schwarz-Weiß und Farbe stehen aktuell im Fokus.
Auch die Themen meiner Arbeiten sind vielschichtig: Sie reichen von Lebensfreude, Kreativität, Trauer und Scham bis hin zu alltäglichen Momenten oder der Liebe im Alter.
Vielleicht ist Kunst für mich genau das: ein Versuch, Komplexität nicht zu vereinfachen, sondern auszuhalten und sichtbar zu machen.
Licht
Ich liebe das Licht
Es streichelt das Leben
und die Dinge
Es wertet nicht, zeigt wie es ist
Und, wir können
Licht in etwas bringen
Das Licht
Ist alles
von Schwarz bis Weiß
und das Grau dazwischen
Sehr oft sogar
Kann und will es
Farbig sein.
Grau und Farbe
Schließen einander nicht aus
Gemeinsam sind sie alles.
Ich bin
Schwarz-Weiß und Farbe
Und will
von dem noch Unbekannten